Juli 19, 2024

Mange tak for den gode snak oder Spasibo za priyatnyy razgovor?

Manchmal sind es die ungeplanten Dinge, die dich weiterbringen…

Teile des nächsten Nykvist-Falles spielen in Russland. Als ich dort einreiste, hatte ich den Konflikt mit der Ukraine zwar auf dem Schirm, aber ich war zu Recherche-Zwecken dort und hatte mich in meiner kleinen Welt nicht um Geopolitik gekümmert, als ich die Tickets gebucht hab, sondern vielmehr um solche Fragen wie Corona, Einreisebestimmungen, Hotelbuchungen – solche alltäglichen Dinge.

Sankt Petersburg ist eine tolle Stadt. Ich war vor 5 und vor 8 Jahren schon einmal da. Einmal nur ganz kurz, dann für eine gute Woche. Der Newski-Prospekt ist ein Erlebnis, eine Naturgewalt. Sankt Petersburg hat mit knapp 6 Millionen erfassten Einwohnern ungefähr so viele Menschen wie Finnland. Die Menschen in der Innenstadt scheinen alle unglaublich modern, westlich und gut gebildet. Fahr nur bloß nicht aus der Stadt raus. (Und tu das bloß nicht als junge Frau in einem Mietwagen….)

Nicht umsonst das „Venedig des Ostens“…

Keine Details … aber Färöer unter Corona-Bedingungen war netter.

Dass dann ein Krieg hereinbricht, keine 48 Stunden, nachdem ich im Land bin, ist schwer zu glauben und noch schwerer zu ertragen.

Was mich wirklich anfrisst: Ich glaube, man macht sich keine Vorstellung davon, wie „Der Russe auf der Straße“ zu diesem Krieg steht. Nach zwei Bier / Schnaps / Wein wird einem sehr schnell klar, dass der Rückhalt in der Bevölkerung beileibe nicht so groß ist, wie man das im Westen unterstellt. Zumindest bei den Menschen in Sankt Petersburg, was eine Tagesreise von Moskau entfernt ist.

Dieser Split der Gesellschaft ist überall spürbar – auch die Angst, die daraus resultiert.

Dennoch strafen wir diese Menschen zurzeit mit allem, was wir tun. Russland international zu insolieren, ist unausweichlich. Die Machthaber trifft das jedoch nicht. Sehr wohl aber jene Menschen, die morgens in einem stark gebrauchten Lada zur Arbeit fahren und ihr Leben in der irre teuren Stadt mit einem Day-Job und nächtlicher digitaler Sklavenarbeit gestalten müssen.

Ich werde meine Gespräche in Russland in stärkster Erinnerung behalten.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert